http://www.zarabeachresort.com/home.html
So. Diese Internetseite zeigt uns, wie manche Firmen Marktführer in Bereichen werden können und dabei nur ein gutes Marketing haben. In diesem Fall – man nehme einen guten Fotografen, korrigiere die Wahrheit um 172 Grad und erwähne keinesfalls umliegende Scheusslichkeiten. Dann kommt man der Website ziemlich nahe. Zudem sei betreffend der Ökologie auf der Homepage zu erwähnen = so wenig wie möglich in die Natur eingreifen. Alles in Allem hat das für uns dann so ausgesehen:
Free Pick Up from Airport – nachdem wir 15 Minuten gewartet haben, haben wir uns ein Taxi um 600 (!) Baht genommen und sind selber ins Ressort gefahren. Das entspricht ca. 14 Euro für 15-20 Minuten Fahrzeit. Also durchaus europäischen Verhältnissen. Bei der Seitenstraße, die wir zum ZARA Ressort abgebogen sind, dachten wir nur – das ist wohl ein Irrtum. Lamai ist – gelinde gesagt – ein Dreckloch. Es gibt dort kaum etwas, was annähernd der westlichen Welt im untersten Niveau gerecht werden würde. Eine Suite für 124 Euro sollte doch anders aussehen, wie wir demnächst auch demonstrieren werden…
Der erste Eindruck war das Entrée. Eine winzig kleine Rezeption, mit dahinter liegendem kleinen Wasserfall, das war noch ok, wobei uns schon etwas seltsam zumute war, weil alles hier sehr „klein“ war.
Der Weg zu unserer „Villa“ war so zu beschreiben. Vorbei an Natursteinen, neben etlichen Müllbergen, durch eine sehr naturbelassene Umgebung sind wir zu unserem Domizil gelangt. Der erste Eindruck war durchaus ok, ein winziger Pool seitlich des Einganges, der vor bzw. neben Wohn- und Schlafbereich gelegen hat. Der Pool selbst war sehr warm, ideal um drin zu liegen, die Sonne war aber so stark, dass das nur kurz gegangen ist.
Die Villa selbst war in einem guten Zustand, abgesehen von Details, wie das herunterhängende Licht am Eingang. Das Bett sehr gut, auch der Rest wäre vom Interieur 3* wert gewesen.
Der nächste Weg führte uns an Pool und Strand. Der Pool verdiente das Wort nicht. Ein Bassin, etwas größer als eine Badewanne, die Poolbar kaum größer als die eigene daheim – im Schnitt (nicht unsere, die ist viel größer).
Der Weg zum Strand führte über einen Seitenarm irgend eines ziemlich übel riechenden Rinnsals, auf den ersten Blick malerisch, jedoch nicht auf den zweiten, und vom Bild auf der Homepage, Meilen entfernt. Dieses war erstens voller Müll, zweitens stinkend und die Farbe nicht annähernd dem der Website entsprechen. Nämlich kloakig braun. Der weitere Weg führte über einen Bereich, der einmal ein Restaurant hätte werden sollen. Offenbar ist die Kohle ausgegangen. Weiter durch ein paar Palmen und ein paar Metern Sand sind wir dann zum Hotelstrand gelangt.
Dort ein ähnliches Bild. Von bequemen Holzliegen mit Auflage keine Rede, Plastikliegen. Die Strandbar war eine „öffentliche“ Bar, die offenbar für das Frühstück ebenso zuständig war, wie für die Versorgung mit Getränken unter Tags.
Egal, die Handtücher auf die ersten Liegen und ab ins Meer. Das roch irgenwie komisch. Auch waren ein paar Dinge drin, die laut Definition nicht in ein Meer gehören (zumindest glauben wir das). Wie beispielsweise Plastiksäcke. Egal. Wieder raus aus dem Meer – das by the way mindestens 34 Grad hatte. Zurück auf die Liegen. Die waren soweit halbwegs erträglich, da es aber keine Dusche gab, war bald jede Menge Sand auf der ganzen Liege verteilt. Das mag jetzt kleinlich klingen, aber bei 124 Euro in Koh Samui erwarten wir etwas anderes…
Aber es folgte das ultimative (echt) Highlight des Tages. Eine Strandverkäuferin mit Mangos. Wir haben selten so eine gute Mango gegessen. Aromatisch, reif, süß und saftig – ähnlich der in Bangkok. Die war wirklich gut und wir bereuten, nicht 2 genommen zu haben.
Nach einer Weile wurde es auch schon dämmrig und die Stühle/Schirme wurden hochgeklappt. Ein eindeutiges Zeichen, zu gehen. Das taten wir auch um uns fürs Abendessen vorzubereiten. Wir wussten mittlerweile, dass es kein Restaurant – oder wenigstens ein Lagerfeuer mit Spießen von irgendwas – in der Nähe gab. Daher gingen wir gleich Richtung „Lamai City“.
Puh. Alleine die ersten hundert Meter waren qualitativ unter allem, was wir in je irgendwo, zum Beispiel in Kambodscha, gesehen haben. Der Ort ist offenbar einer Müllhalde entsprungen, in die ein paar hundert Meter Asphalt gekippt wurde. Wir haben dann ein Einheimischenlokal gefunden (immer auf der ganzen Welt empfehlenswert), das ein BBQ versprach. Die Qualität war durchaus ländlich, aber ok und für den Preis von 100 Baht pro Person konnte man nicht meckern. Das Bier dazu kostete dann schon 120 Baht, woran man erkennen kann, dass Thailänder kaum Alkoholiker werden. (1 Euro entspricht 44 Baht).
Danach eilten wir nach Hause, weil wir schon ein wenig müde waren und nahmen nur ein paar Dinge aus einem Supermarkt mit.
Zu Hause angekommen und im Bett, habe ich plötzlich einen Eindringling wahrgenommen. Dazu ist zu sagen, dass wir fast im Urwald gelebt haben und die Lautstärke der Klimaanlage, die einem auf 100% fahrenden Grazer Moped entsprochen hat, nicht ausgereicht hat, alle Stimmen des Urwalds auszublenden. Egal, vorrangig war jetzt dieser schwarze Fleck an der Wand, der, wenn er als Loch auf die Welt gekommen wäre, einen Doppler durchlassen hätte können. Dieser Fleck war eine Spinne. Nun – es ist ja grundsätzlich gegen Spinnen nichts einzuwenden, wenn sie sich an die gerichtliche 100m Sperre von uns entfernt halten würden. Denn als Quasi-Arachnophobier schätzen wir diese Art von Haustieren nur wenig. Im Millimeterbereich sind sie ok, alles was mit freiem Auge auf einen Meter erkennbar ist, setzt leider seine Lebensberechtigung auf die falsche Karte. Ich musste Birgit erst mal davon überzeugen, nicht nach rechts zu schauen. Was wahrscheinlich schlimmer war, als dem Feind ins Angesicht zu blicken. Mittlerweile mit Schlapfen bewaffnet, habe ich mcih aufgemacht, das gefühlt hundsgroße Tier zu bekämpfen. Es war hartnäckig. Es hat sich als widerliche Laufspinne herausgestellt. Nach jedem Einschlag meiner Kunststoffgeschosse, hat es ruckartig mehrere Meter an Distanz zurückgelegt, bis es unter dem Bett verschwand. Sehr super. Was nun, das Monster hatte ungefähr einen Meter von jeder Bettseite zwischen mir und sich. Aber für solche Zwecke habe ich mein Todesstativ mit. Teleskopstange und knapp 2 Meter Reichweite. Davor musst auch Gozillaspider kapitulieren und streckte demnächst alle 8 Patschen. Der nächste Auftrag war nun, alle dieser 8 Patschen einzusammeln, damit die arme Birgit nicht am nächsten Tag über eine der Gliedmaßen stolpert.
Das war geschafft, allerdings war es nun um meine Bettruhe ziemlich geschehen. Da ich ein sehr phantasievoller Mensch bin, wusste ich, was mich noch alles erwarten könnte… Irgendwann ist es mir aber auch gelungen, einzuschlafen.
Am nächsten Tag sind wir halbwegs gesund und munter aufgewacht. Irgendwelche Tiere haben mich zwar gestochen oder gebissen, aber mehr als ein paar gelsenartige Stichhügel hatte ich nicht. Es war auch schon recht spät und so begaben wir uns zum Frühstück an den Strand. Wir bekamen Kaffee, einen „Juice“ und ein seeehr kleines Omlette mit 2 Scheiben Toast. Wohl gemerkt – 124 Euro die Nacht.
Daneben sahen wir wieder den reizenden Riesenmischlingshund vom Vortag – eine Rasse allein kann gar nicht so hässlich sein. Der hat wieder eine seiner „Bomben“ im Sand des Hotelstrandes vergraben, was uns in der Meinung bestärkte, uns definitiv verändern zu müssen.
Gedacht, getan, haben wir uns sofort ins Hotelzimmer begeben und via WLAN und Notebook ein neues Domizil für die nächten Tage gesucht. Hier sei erwähnt, dass es durchaus auch positive Seiten gegeben hat, wie zum Beispiel die WLAN Qualität und die Freundlichkeit des Personals.
Zwei Stunden später (ich überspringe jetzt ein paar weitere Details, wie Telefonorgien mit dem Veranstalter), haben wir mit der Reiseplanung „NEU“ begonnen, 4 Stunden später waren wir im Hansar Samui.
Und hier beginnt unser echter Urlaub auf Koh Samui, den wir hier ab jetzt uneingeschränkt empfehlen können. Dazu im nächsten Beitrag!
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