Nachtrag

Erst mal wieder herzlich willkommen, in alter Frische (fast), aus unserem Zimmer 1203. Warum? Ich werde dazu mal am vorgestrigen Abend beginnen.

Wir wollten mal in ein Thairestaurant gehen, nicht hier am Strand und der Besitzer des Hotels hat uns mit dem Hotelchauffeur zu einem Lokal bringen lassen, das lt. seiner Aussage und der des Küchenchefs und des Hotelmanagers das beste hier sein sollte. Sehr einheimisch und sehr nett, gutes Essen, traditionell zubereitet.

So sind wir gegen 19 Uhr auch dort angekommen, und hatten gleich einmal nach dem ersten Anblick gemeint, alleine wären wir hier niemals hergefahren! Es war auf der einen Seite der recht simple Baustil, sowie die rustikale Küche und deren nachgelagerte Infrastruktur. Alles in allem waren wir aber noch immer recht froh gestimmt und die Speisen kamen recht schnell. Die Tom Ka Gai Suppe war ausgezeichnet, wenn auch nicht sehr scharf gewürzt (was gar nicht geht, sonst braucht man keine Tom Ka Gai Suppe essen). Danach bzw. eigentlich gleichzeitig folgten ein paar Teller mit Gemüse (spinatartig), Schweinefleisch, Garnelen und Fisch. Dazu eine Kelle Reis.

Nach der Suppe probierte ich erst mal das Gemüse, soweit ganz ok und dann das Schwein. Dieses arme Tier war entweder so alt, dass es schon der erste König in Thailand gekannt haben müsste, oder es wurde irgenwo zwischen Kühlschrank und Mikrowelle aus den Ritzen der antiquierten Kücheneinrichtung gekratzt. Es schmeckte fuchtbar und roch übel, wie ein Walfisch unter der Flosse. Das einzige an der Portion von „Schwein“ war, dass wir Schwein hatten, nicht alles aufzuessen. Jedenfalls trübte diese Erfahrung unsere sonst exzellenten kulinarischen Genüsse der thailändischen Küche ein wenig.

Zurück im Hotel waren wir gleich an der Poolbar, um uns den Schweins-Geschmack vom Gaumen zu ätzen. Am besten dazu geeignet war natürlich Eistee. Davon gab es genug. Die Menge spürten wir auch im Verlauf des Abends, denn der Vorname war „Long Island“ und ließ und deshalb sehr heiter zu Bett gehen. Zumindest trug der Genuß desselben entweder zum allgemeinen  Unwohlsein des nächsten Tages bei, oder er rettete mich vor Schlimmerem. Ich nehme letzteres an (ps.: wer am Bar-Bild die Katze entdeckt, ist wirklich gut!).

Was uns diesen Abend noch als besonderes Schauspiel erfreute, war ein Feuerwerk der Hochzeit im Anantara (Eines Hotels gleich nebenan). Dieses war wirklich recht groß (wie man an den Vergleichsbildern erkennen kann) und verhältnismäßig günstig, wie uns ein Kellner hier erzählt hat.

Der „Tag danach“ war also nicht so perfekt. Nach einigen unerfreulichen Telefonaten nach Melk konnte ich den ganzen restlichen Tag nichts zu mir nehmen, verweigerte sogar den hauseigenen Cheeseburger, der im nachhinein nicht nur hervorragend aussah sondern auch aus überragender, fettarmer Qualität glücklichen amerikanischen Rindfleisches bestand. Zumindest bis zur Schlachtung. Dem Anraten meiner hauseigenen Eheleibarztjuristin konnte ich dann weder psychischen noch physischen Widerstand mehr leisten und fieberte am frühen Abend ein paar Löffeln Suppe mit nacktem ungewürzten Reis entgegen. Der Rest des Abends bestand dann aus viel Schlaf. So sah dann der heutige Tag auch schon wieder sehr viel besser aus. Zu mehr als 90 Prozent regeneriert mit Tendenz zum 100er.

Erfeulich während eines so unerfreulichen Tages war hingegen der Zimmerservice bzw. das Zimmer generell. So genossen wir auch das „Zimmer-Pool“ – eine echt coole, große Badewanne. Diese werden wir ebenso vermissen, wie das Bett (hatten noch nie so ein hervorragendes Bett und können auf viel Hotelbettenerfahrung zurückgreifen). Haben heute am Abschiedstag auch A, Art und Bird zu unseren drei Lieblingskellnern gewählt. Hier haben alle Kellner „Spitznamen“, da es für uns Westeuropäer kaum möglich ist deren Namen auszusprechen, geschweige denn uns diese zu merken. Als Abschlussabend mussten wir auch noch bei Stephan einkehren, der uns wieder mit Jakobsmuscheln, Schneefisch (Art Brasse) und amerikanischem Rind einkochte. Danach noch Kokos- und Mangoeis, mit Mangos. Die werden uns auch sehr abgehen. Dieser Geschmack ist eine Wucht.

Und der Blick in der Nacht auf das Hotel wird uns ebenso in guter Erinnerung bleiben, wie man hier gut erkennen kann!

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